VO2max Wert als Prädiktor des postoperativen Outcomes

Kann die maximale Sauerstoffaufnahme einen prognostischen Wert für das postoperative Outcome darstellen?

Dieser Fragestellung sind wir mit Prof. Freerk Baumann, dem Leiter der Arbeitsgruppe Onkologische Bewegungsmedizin am Universitätsklinikum Köln, unter der Leitung von Prof. Arnulf Hölscher, ehemaliger Klinikdirektor der Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie des Universitätsklinikums Köln, und Frau Prof. Elfriede Bollschweiler aus selbiger Abteilung nachgegangen und konnten nun die Ergebnisse im Journal In Vivo veröffentlichen – herzlichen Dank für die tolle Zusammenarbeit!

Als Goldstandard zur Beurteilung der kardiorespiratorischen Fitness dient heutzutage die Messung der VO2max. Dieser Wert beschreibt die maximale Sauerstoffaufnahme und damit die Fähigkeit, Sauerstoff aus der Luft in die Muskeln zu transportieren. Diese Ausdauerfähigkeit haben wir in unserer prospektiven Studie an Patienten untersucht, die sich einer mehrstündigen Ösophagektomie mit Magenhochzug bzw. Gastrektomie an der Universitätsklinik Köln unterziehen mussten. Es erfolgte eine umfangreiche Auswertung postoperativer Komplikationen auf Basis der Clavien-Dindo Klassifikation unter Berücksichtigung intensivmedizinischer Behandlungen und der generellen Krankenhausverweildauer.

Die Ergebnisse zeigen, wie bereits zu vermuten war, eine deutlich eingeschränkte Ausdauerfähigkeit in der Studienpopulation sowie signifikante Korrelationen zwischen den VO2max Werten und den weiteren postoperativen Gewichtsverläufen der Patienten. In einer Subgruppenanalyse konnten weitere, nicht-signifikante Zusammenhänge zwischen erhöhten VO2max Werten und einem besseren postoperativen Outcome gezeigt werden. Vor diesem Hintergrund erscheinen spezifische Bewegungstherapien insbesondere auch in der präoperativen Phase durchaus sinnvoll.
Dieser Artikel verdeutlicht die Relevanz der maximalen Sauerstoffaufnahme im klinischen Setting. Alle Informationen zu dem Artikel bei PubMed Central unter: www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9301424/

Im ambulanten Umfeld nimmt aus orthopädischer Sicht die Ausdauerfähigkeit und körperliche Belastbarkeit ebenfalls eine Schlüsselfunktion ein. In der Praxis für Orthopädie Bones&Brain setzen wir uns daher für die optimale Ausschöpfung und den langfristigen Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit ein, indem wir mit modernsten technischen Verfahren den Haltungs- und Bewegungsapparat analysieren und therapieren. Bei degenerativem Verschleiß des Bewegungsapparates oder akuten muskuloskelettalen Verletzungen steht für uns - im Sinne der Bewegungstherapie - der zügige „Return to Activity“ als auch „Return to Performance“ im Vordergrund.
vo2-spitzenwerte
Übersicht über die erreichten VO2-Spitzenwerte (in ml/min/kg) und den individuellen vorhergesagten Normwert der Patienten (6). Quelle: In Vivo July 2022, 36 (4) 1812-1819; DOI: https://doi.org/10.21873/invivo.12897
 

Publiziert am: 28.09.2022

bones & brains logo

Dr. med. Christoph Baltin
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Zertifizierter Therapeut der Chiropraktik

Angestellter Facharzt in der Privatpraxis Bones & Brain

Opladener Str. 8
50679 Köln

Tel 0221 – 16 88 33 25
Fax 0221 – 16 88 33 29

baltin@bonesandbrain.de
www.orthopäde-koeln.de